Das kleine ABC der Hochsensibelchen

Ein ABC für Hochsensiblis oder ein Leitfaden für den Umgang mit uns – man kann es sehen wie man will 😉 Mir ist zu (fast) jedem Buchstaben ein Wort eingefallen. Und das ist auch irgendwie kein Wunder, denn wir sind ziemlich facettenreich und für uns ist die Welt definitiv nicht nur black and white sondern manchmal ganz schön bunt. Wir sind vielleicht ein kleines bisschen anders, als normal sensible Menschen-wir sind besonders.  In welcher Hinsicht verrate ich euch in meinem kleinen ABC, dass übrigens auch schon ein kleiner Sneakpeak für mein Buch ist 😉 Ich sehe meine Hochsensibilität als Gabe, als Geschenk und es gibt nur ganz wenige Momente, in denen ich mir wüsche „normal“ zu sein.

Bitte bedenkt, dass nicht jedes, der ca. 15 %  Hochsensibelchen gleich ist – denn wir sind genauso wie andere Menschen auch Individuen. Es gibt introvertierte HSP´s aber auch extrovertierte – es gibt welche, die mehr hochsensibel sind und es gibt auch welche die nur  Züge haben oder auf die nur einige Charaktereigenschaften zutreffen. Was die meisten HSP´s aber gemeinsam haben : wir fühlen uns manchmal unverstanden und fehl in dieser schnelllebigen, kühlen Welt. Wir spüren nämlich ganz schön viel mehr als der Rest der Welt. Wir nehmen alle Details, Feinheiten, Gefühle, Emotionen unseres Umfeldes auf und lassen sie völlig ungefiltert in unser Gehirn durch. Werden zuviele Reize auf einmal aufgenommen führt dies zu einer Reizüberflutung – einem Overload. Hingegen beschert uns diese erhöhte Reizaufnahme eine große Empathie und ein genussvolleres Leben. Wir können -für andere unscheinbare- Momente so richtig genießen und aufsaugen und zu etwas ganz Besonderem machen. Mein kleines ABC trifft also natürlich nicht automatisch auf jedes Hochsensibelchen zu – es ist aber eine kleine Sammlung aus dem Austausch von meiner hochsensiblen Blog Community. Auf ganz viele treffen nämlich diese Charaktereigenschaften zu , trotzdem kann man sie natürlich nicht verallgemeinern. Hinterlasst mir gerne ein Feedback mit welchen Buchstaben ihr euch identifizieren könnt.

Los gehts…

A wie abenteuerlustig : Das Leben ist für uns ein Abenteuer. Wir lieben kleine und große Herausforderungen  und damit mein ich jetzt nicht in sexueller Hinsicht. Okay die lieben wir auch, aber nicht in Form von One Night Stands, sondern lieber mit einem Partner, bei dem wir uns fallen lassen können, geborgen fühlen und dem wir zu 100% vertrauen können. Reisen ist für mich eines der schönsten Abenteuer, aber auch kleine Momente, Gespräche im Alltag können für mich zu einem richtigen  Abenteuer werden- ich mache einfach eines daraus. Ich liebe die Herausforderung , bin eine richtige Kämpferin und hole mir meistens das was ich will. Langweilig wird es mit einem hochsensiblen Menschen im Umfeld garantiert nie- denn ist gerade kein Abenteuer in Sicht suchen wir uns einfach eines. Genauso lieben wir aber die Routine und brauchen sie um uns sicher zu fühlen. Daher kehren wir nach unseren kleinen Abenteuern am liebsten wieder in unseren strukturierten, und routinierten Alltag zurück.

B wie Bindungen: Ich als extrovertierter HSP hätte vermutlich morgen 10 Dates und übermorgen 15 neue Freundinnen. Ich komm meist sehr gut an, im Smalltalken bin ich Weltmeister, wirke auf die Aussenwelt sehr outgoing und werde ganz oft als Sonnenschein bezeichnet, der einfach immer lächelt. Da wir Hochsensibelchen einfach alles spüren, wissen wir  meist schon im Vorhinein wie wir uns verhalten müssen um punkten zu können. Meine Bindungen, Freundschaften suche ich aber sehr sehr bewusst aus – ich kann sie an einer Hand abzählen und diese Menschen können verdammt stolz auf sich sein, denn sie sind für mich etwas ganz Besonderes und ich würde so ziemlich alles für sie geben. Aber ich glaub das wissen sie bereits.Hat es ein Mensch in mein Herz geschafft, muss viel passieren, dass ich ihn von dort wieder rauskicke. Warum ich meine Bindungen so bewusst aussuche? Weil auch diese viel intensiver sind wie Bindungen zwischen Normalsensiblen Menschen. Mit meinen Soulmates fühle ich richtiggehend mit. Ich fühle sogar auf Distanz wenn etwas nicht stimmt – ich verstehe sie ohne Worte und kann mich in richtiggehend in sie hineinversetzen. Ich leide mit, ich freue mich mit, ich weiß was in ihnen vorgeht – sie könnten mir niemals etwas vorspielen.

C wie Chaos: Chaos haben wir maximal in unseren Köpfen. Wir brauchen Struktur, Routinen und Ordnung um uns wohlzufühlen.

D wie Dreamer:Wir HSP´s denken metaphorisch – Keywords lösen unser Kopfkino aus. Mein Gehirn verbindet mit diesen Keywords Erinnerungen, Träume, Geschichten und die werden so aktiviert. Vielleicht liegt daher auch meine Stärke im sprachlichen Bereich. Ich muss mir neue Wörter, Vokabeln meist nur einmal durchlesen und kann sie mir merken. Unsere Bilder im Kopf können einerseits sehr spannend und prickelnd sein, denn hier ist alles erlaubt und nichts verboten. Mein Kopfkino ist manchmal schon ziiiiemlich wild – einige Menschen dürften nicht wissen, was ich hier so mache- ich könnte ihnen wahrscheinlich nicht mehr in die Augen schauen ;-).  Das Kopfkino kann aber auch manchmal ziemlich schmerzhaft sein. Wenn man sich zbsp von etwas zu lösen versucht oder mit etwas abschließen muss , müssen wir HSP´s unser Gehirn schon ziemlich austricksen, damit es uns nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Demnach haben wir einen ziemlich langen Faden, auch wenn wir eigentlich sehr ungeduldig ist. Unser Kopf lässt abschließen, loslassen erst dann zu, wenn es unser Instinkt erlaubt – dann geht es aber meistens sehr schnell.

E wie eifersüchtig: Eifersucht ist ein Gefühl – demnach ist es natürlich auch bei Hochsensibelchen mehr ausgeprägt. Wenn mir jemand richtig viel bedeutet, zerreisst mich Eifersucht innerlich. Ich lasse es mir aber meistens eher nicht anmerken und schlage stattdessen zurück. Wir Hochsensibelchen sind nämlich emotional ziemlich intelligent und wissen meist an welchen Punkt wir jemanden treffen können.

F wie Feelings: Das Gefühlsleben von Hochsensibelchen fühlt sich ungefähr so an als würde ein Normal Sensibler Mensch frisch verliebt sein. Der Unterschied : Schmetterlinge sterben bei uns nie, denn wir stecken immer voller Emotionen. Emotionen, von uns selbst ,von anderen Menschen, die gelebt werden wollen und Emotionen, die uns manchmal ein kleines bisschen selbst überfordern. Betreten wir in einem Raum mit 5 Menschen, wissen wir instinktiv wie sich  diese 5 Menschen fühlen. Wir können zuordnen, ob wir diesen Menschen sympathisch sind, ob es ihnen gut geht oder nicht.Diese Gefühle werden in unserem Gehirn zwischengespeichert und später in Momenten der Ruhe wieder hergeholt und analysiert. Abschotten ist für uns HSP´s ein ganz wichtiger Faktor. Es ist ein Lernprozess aber machbar. Würden wir alle Gefühle und Emotionen aufnehmen und zulassen, wären wir Mittag schon überfordert.  Selfcare ist immer wichtig, bei uns HSP´s vielleicht noch eine kleine Spur mehr als bei normal sensiblen Menschen. Um die Masse an Gefühlen verarbeiten zu können, müssen wir auf unsere eigenen Bedürfnisse eingehen, Ruhe und Reflektionszeiten einhalten  und herausfinden was uns gut tut und uns glücklich macht – ansonsten kann es ganz schnell zu einer Reizüberflutung kommen. Hochsensible Menschen müssen sich gut um sich selbst kümmern.

G wie Gespräche: Ich liebe tiefsinnige Gespräche, die über den Tellerrand hinausgehen. Ich liebe es mit meinen Gesprächspartnern gemeinsam zu planen und zu träumen. Ich liebe ein ruhige, angenehme Atmosphäre ohne Stress und Zeitdruck. Hier kann ich mich öffnen, mich fallen lassen und ich selbst sein. Es gibt aber auch Gespräche, die mich richtiggehend fertig machen. Gespräche, die für mich völlig reizüberflutend sind, bei denen mein Gehirn gar nicht mehr nachkommt alle Infos zu verarbeiten. Gefühle, Emotionen, Worte alles sprudelt nur noch auf mich nieder. Informationen werden dann in meinem Gehirn  zwischengespeichert und etwas später, wenn ich zur Ruhe komme,  verarbeitet und analysiert. Nach intensiven Gesprächen brauche ich immer  Reflektionszeit, Zeit für mich alleine. Und meist komm ich dann erst in dieser Zeit drauf, welche Bedeutung gewisse Aussagen überhaupt hatten und dass ich eigentlich ganz anders reagieren hätte wollen. Meine Freunde wissen schon ganz gut, dass im Nachhinein manchmal noch wichtige Infos kommen oder Aussagen, die ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich ganz anders gemeint habe.   Mein Gehirn war hier während des Gespräches zu langsam, hat die Informationen nur zwischengespeichert, weil es schon so reizüberflutet war  und später wieder hervorgeholt. Mit einigen Menschen reflektiere ich auch gerne gemeinsam.

H wie Herzensmensch oder Hexe: Ein guter Mix von beiden – wild spirit, soft heart, sweet soul trifft es meiner Meinung nach ganz gut auf den Punkt.

I wie Instinkt: Nun wären wir wieder beim Hexenthema angelangt. Ich wurde schon öfters als Hexe bezeichnet (aber nicht auf böse Art) , weil ich einfach alles schon im Vorhinein weiß. Mein Instinkt sagte mir ganz genau was los ist, wie sich Dinge entwickeln werden, in welche Richtung sie gehen werden.  Ich weiß ganz genau was in den  Köpfen meiner Mitmenschen  vorgeht, teils kann ich mich so gut hineinfühlen, dass ich ihre Gedankengänge fühle. Das klappt aber nur bei Menschen mit denen ich verbunden bin. Will mir jemand etwas vorspielen oder passt das Gesagte nicht zur Gefühlsebene wird es für mich richtig schwierig, denn auch hier werden wieder Bad Vibes Szenen im Kopfkino aktiviert. Das  sind übrigens auch die einzigen Momente, in denen ich mir meinen Instinkt einfach wegwünsche. Ich weiß ganz genau was ein Mensch, der mir gegenüber steht für mich fühlt. Ich spüre alle Arten von Gefühle, manche Gefühle, die dieser Mensch selbst vielleicht gar nicht spürt, unterdrückt oder nicht wahrhaben will. Daher lieb ich einfach offene Menschen sehr (auch wenn ich es selbst nicht immer kann) – aber sie helfen mir einfach sinnlosen Kopfkino und Gedankengänge  zu vermeiden, weil ich gleich weiß woran ich bin.

J wie Ja Sager: Wir sagen einfach viel zu oft JA, weil wir niemanden verletzen wollen. Ganz oft sind wir viel zu wenig egoistisch und denken an die Bedürfnisse anderer zuerst.

K wie Kreativ: Wir sprudeln nur so über mit Kreativität, Ideen und Pläne. Können wir unsere Kreativität nicht ausleben, werden wir unzufrieden. Manchmal haben wir zu den schrägsten Zeiten die besten Einfälle und Eingebungen – für mich ist daher mein Ideen Journal sehr hilfreich. Jede noch so kleinste Idee wird hier notiert und niedergeschrieben. Viele kleine Ideen ergeben nämlich meist eine Große. Würde ich sie nicht niederschreiben, würde sie vermutlich irgendwann aus meinem Kopf verschwinden, weil schon wieder die nächste durch meinen Kopf jagt. Durch mein Ideen Journal kann ich sie mir immer wieder hervorrufen und überlegen wie ich sie umsetzte.

L wie Liebe: Hochsensible Menschen die verliebt sind verhalten sich  wie Teeanger, die zum ersten Mal verliebt sind. Ja so ungefähr könnte man es beschreiben. Das Herz einer hochsensiblen Frau zu erobern ist kein Kinderspiel und braucht meist extrem viel Geduld, Verständnis und Toleranz – es ist ein kleines Abenteuer, eine Herausforderung. Eine Herausforderung, die mit einer ziemlichen emotionalen Achterbahn verbunden ist. Wir sind für Körpersignale sehr empfänglich und denken über jedes gesagten Worte ungefähr 100 Mal nach , legen sie auf die Goldwaage und analysieren sie. Wir spüren ganz genau, ob unser potentieller Flirtpartner Interesse an uns hat und woran er interessiert ist. Ob er sich für uns als Person interessiert oder ein schnelles Abenteuer möchte. Aufgrund unserer detailreichen Wahrnehmung wissen wir auch ganz schnell ob ER der Richtige ist und überhaupt zu uns, zu unserer Vorstellung passt. Und meist spüren wir sogar  die Gefühle unseres Flirtpartners  noch bevor er sie überhaupt selbst  spürt. Diese Masse an eigenen und fremden  Gefühlen kann für uns anfangs  ziemlich überfordernd sein – wir müssen uns erst daran gewöhnen und können im ersten Moment  nicht so gut damit umgehen. Obwohl wir genau wissen was oder wen wir wollen , müssen wir im ersten Step mit unserer eigenen Gefühlswelt klarkommen und diese analysieren und reflektieren. Die meisten Männer werfen in der turbulenten Kennenlernphase sowieso schon das Handtuch- das ist auch gut so. Denn wer die Kennenlernphase nicht übersteht, würde niemals den Schmetterlings Alltag mit einem Hochsensibelchen genießen können. Wie verhalten wir Hochsensibelchen uns also, wenn wir verliebt sind? Dazu wird es in meinem Buch ein längeres Kapitel geben. Ich kann euch nur soviel verraten : von Gefühle überspielen, Eifersucht, kämpfen, loslassen,Freundschaft bis nicht wahrhaben wollen ist wohl jede Phase dabei. Ein Mann, der genau weiß was er will, dass auch sagt und  einfühlsam die Zügel übernimmt und diese  in die richtige Richtung lenkt  hat es hier auf jeden Fall am Leichtesten. Manchmal brauchen wir Hochsensibelchen einfach eine starke Schulter, jemanden der uns an der Hand nimmt und den richtigen Weg zeigt. Das wünschen wir uns übrigens auch in einer Beziehung. Einen Partner, der Lover und  zugleich der beste Freund ist- mit  dem man tiefsinnige Gespräche führen kann, Moments erleben kann, die Welt erobern kann, über alles reden kann , der Verständnis zeigt, der die Balance zwischen Nähe und Distanz kennt.

Also eine Botschaft an alle Männer, die sich jetzt noch drübertrauen und das Herz einer hochsensiblem Frau erobern wollen : legt euch am besten ein Plan zurecht, gutes Durchhaltevermögen , seid immer ehrlich und offen und zeigt und sagt uns am Besten direkt was ihr von uns möchtet. Macht den ersten Schritt – wir würden uns wahrscheinlich nicht trauen es selbst zu tun. Schenkt uns Aufmerksamkeit, Zeit mit euch, nette Gesten und Worte (aber übertreibt es nicht – das könnte uns überfordern) .Zeigt Interesse, meldet euch aktiv bei uns und gewinnt unser Vertrauen. Ihr werdet belohnt durch eine magische  Beziehung, bedingungslose Liebe, erfüllen von Bedürfnissen und sammeln und erleben einzigartiger Momente.

M wie Moments: Wir leben genussvoller. Egal ob Essen, Kunst, Natur , Musik, Gespräche , für andere unscheinbare Dinge – wir haben die Gabe sie  zu etwas ganz Besonderem zu machen und so richtig zu genießen. Ein Sternenhimmel, Sonne, die uns anlacht, ein Gespräch , eine Blume, liebe Worte, der Wind der durch die Gräser bläst, ein Lächeln – für uns ist alles Besonders und magisch und wir können diese Momente richtig genießen.

N wie Nähe: Mögen wir – aber nur von Menschen, die uns nahestehen. Da können wir nicht genug davon bekommen. Berührungen mit Vertrauenspersonen fühlen sich oft richtig magisch an – ein kleiner Moment der Verbundenheit. Hingegen wollen wir kein Getätschle von Bekannten oder Fremden und auf gar keinen Fall Bussi Bussi zur Begrüßung mit uns nicht nahestehenden Personen.

O wie Offenheit: Können wir manchmal nicht so gut. Wir wollen sie zwar die Offenheit von unserem Gegenüber und von unserem Gesprächspartner – selbst sind wir aber manchmal ganz schlecht darin zu sagen was wir wollen oder fühlen. Geplante Offenheitsgespräche, die in die Gefühlsebene gehen,  sind bei mir schon einige Male gescheitert und so richtig nach hinten losgegangen. Ich versuche meine Gefühle immer so gut es geht zu umschreiben und hoffe dass  mein Gesprächspartner irgendwie durch die Blume versteht was ich meine. Das geht aber in den meisten Fällen so ziemlich nach hinten los und führt zu Fehlinterpretationen und Missverständnissen. Grundsätzlich öffnen wir uns sowieso nur vor Menschen, die uns etwas bedeuten – alle anderen lassen wir erst gar nicht in unsere Gefühlswelt rein. Warum das so ist? HSPs sind vermutlich in ihrer Vergangenheit oft auf Unverständnis gestossen. Sprüche wie „Steigere dich nicht so rein“, „Übertreib nicht“ , „Lerne deine Emotionen unter Kontrolle zu bringen“ , „Interpretier nichts rein“ sind für uns keine Seltenheit. Vermutlich haben wir einfach Angst verletzt zu werden, wenn wir uns öffnen und sagen was wirklich in uns vorgeht. Verletzungen von Menschen, die uns nahestehen können uns nämlich so richtig brechen.

P wie Plan: Wir brauchen immer einen Plan und am besten auch gleich einen Plan B. Egal ob beruflich oder privat – am Besten man legt ihn uns direkt vor und geht ihn gemeinsam mit uns durch. Im allerbesten Fall mit genauer Vision, Stichtag und Timeline. Wir Hochsensibelchen lieben es zu planen.  Ungewissheit macht uns unruhig und nervös und aktiviert Bad Vibes Szenen in unseren Kopfkinos. Wir zermalmen einfach alles in unseren Köpfen und gehen alle Punkte und alle verschiedenen was wäre wenn Szenarien  durch. Alles wird abgewogen, reflektiert und alle Szenarien werden im Kopf durchgespielt. Am schlimmsten ist es, wenn uns unser Instinkt schon genau sagt wie sich alles entwickeln wird – wir es aber trotzdem nicht wirklich beeinflussen können. Warten, Dingen auf uns zukommen lassen da sind wir ganz schlecht drinnen, denn während diese Dinge auf uns zukommen werden sie schon im Kopfkino durchgespielt. Viel sicherer fühlen wir uns , wenn wir einen Plan haben an den wir uns halten können. Haben wir einen Plan, wissen wir was auf uns zukommt und woran wir bei jemanden  sind, können wir uns drauf vorbereiten,  fallen lassen auf unser Ziel fokussieren und wir selbst sein.

Q wie Qual: Licht, Lärm, Geräusche und Menschenmassen können für uns eine richtige Qual sein. Ich bevorzuge ein ruhige Atmosphäre mit nur wenigen Menschen, tollen Gesprächen und schönen Momenten. Ab und zu gehe ich auch mal gerne in die Disko, aber nur mit meinen Soulmates (da fühl ich mich sicher) und vor allem der richtigen Musik. Musik kann meine Stimmung so sehr beeinflussen, das war immer schon so. Als Teeanger hab ich Partynächte oft schon um 22 Uhr abgebrochen, weil ich mich einfach dermassen unwohl gefühlt habe und um diese Zeit schon reizüberflutet war (Damals wusste ich noch nicht, dass es eine Reizüberflutung überhaupt gibt.). Auch Alkohol beeinflusst meine Stimmung mehr als bei normal sensiblen Menschen- hab ich aber genau den richtigen Pegel kann ich mich leichter öffnen, die besten Gespräche führen und mich leichter fallen lassen.

R wie Reizüberflutung: Zu viele Eindrücke für Körper, Geist und Seele, die unsere Reizverarbeitung nicht mehr aufnehmen kann. Da unser Nervensystem alle Reize ungefiltert in unser Gehirn durchlässt sind wir schneller reizüberflutet als normal sensible Menschen. Ein Gespräch, das verwirrend ist und dem ich nicht mehr folgen kann, Lärmpegel, Menschenmassen, Veränderungen, vor allem aber unsere eigenen Gefühlswelt, Verletzungen, Enttäuschungen  – diese Faktoren führen bei mir zu einem Overload. Reizüberflutungen äussern sich bei mir durch extreme Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, erhöhten Puls und ja im schlimmsten Fall auch durch Wutausbrüche und Tränen.In diesem Momenten sprudeln die Gefühle nur noch so aus mir heraus- ich kann es nicht mehr beeinflussen. Meist beruhige ich mich aber wieder sehr schnell und meine Soulmates wissen auch wie sie mich in solchen Momenten am Besten behandeln. Einfach umarmen und da sein, zuhören und ganz viel Geborgenheit und Sicherheit geben. Auf keinen Fall irgendwelche wichtigen Themen ansprechen, denn  in solchen Situationen würde man sowieso keine sinnvolle, ehrliche  Antwort mehr bekommen. Ich kenne meine persönliche Reizschwelle sehr gut und weiß genau wann der Punkt erreicht ist  und ich mich zurückziehen muss.

S wie Sex: Aufgrund unserer sensiblen Wahrnehmung erleben wir auch den Sex sehr intensiv. Durch das starke Einfühlungsvermögen, die uneingeschränkte Kreativität und die Abenteuerlust kann man mit einem hochsensiblen Partner ein spannendes Intim Leben führen. Gefühle, Verbundenheit gehen über in Lust – für uns Hochsensibelchen einer dieser besonderen Moments. Ein Moment, der aber auch zu einer Reizüberflutung führen kann, wenn er zu intensiv ist. Daher würde bei mir Sex ohne Vertrauen nicht in Frage kommen bzw. würden diese Moments bei mir bei One Night Stands gar nicht vorkommen, weil ich mich hier nicht fallen lassen könnte. Und ja ich hatte natürlich auch schon One Night Stands oder Affären, mit Gefühlen und ohne – die Erfüllung war es aber nie.

T wie Trennungen: Trennungen sind für uns Hochsensibelchen eine ganz schlimme Sache. Auch wenn ich Reflexionszeit und Ruhephasen für mein Kopfkino brauche, bin ich ungerne lange von den Menschen getrennt, die mir etwas bedeuten und vermisse sie meist recht schnell. Von meiner besten Freundin bekomme ich jeden Tag ein Lebenszeichen zumindest per Whats App. Ich glaub sie würde mich auch vermissen – ich weiss dass du das liest . Ich drehe innerlich fast durch, wenn ich längere Zeit nichts von Menschen höre, die mir wichtig sind. Meist bin dann ich wieder  die den Anfang macht, weil die Vermissung einfach zu groß ist.

U wie Ungewissheit: Ungewissheit macht uns innerlich kaputt und aktiviert Bad Vibes Szenen in unserem Kopfkino. Reminder an alle normal sensiblen Menschen, die das lesen: lass ein Hochsensiblechen niemals in Ungewissheit. Klare Aussagen- am Besten ja oder nein mit Begründung sind für uns Gold wert. „Vielleicht“, „Ich weiß es noch  nicht“ , unbeantwortete Nachrichten sind für uns wohl eines der schlimmsten Dinge,

V wie Vertrauen: Nach Liebe wohl eines der schönsten Gefühle. Können wir jemanden blind vertrauen, können wir uns fallen lassen, müssen uns nicht verstellen, können uns öffnen und wir selbst sein.

W wie Wahrnehmung: unsere Wahrnehmung ist viel intensiver als die von normal sensiblen Menschen. Nicht nur auf der Gefühlsebene sondern auch was Geräuschpegel, Licht, Gerüche oder Details angeht. Wir nehmen jedes noch so kleine Details auf, dass an normal sensiblen Menschen wahrscheinlich spurlos vorbeigeht.Wir sind sehr gut im Erkennen von Zusammenhängen, analysieren von Abläufen und brauchen immer für alles einen erklärbaren Grund.

X wie Extrem: Bei uns ist einfach alles extrem. Wir sind nicht traurig, sondern extrem traurig. Wir sind nicht glücklich, sondern extrem glücklich. Wir sind nicht verliebt, sondern sehr verliebt. Wir sind nicht ehrgeizig , sondern extrem ehrgeizig. Unser Leben ist einfach extrem intensiver.

Z wie zielstrebig: Haben wir uns etwas in den Kopf gesetzt, wollen wir das auch erreichen in privater und beruflicher Hinsicht. Scheitern ist für uns keine Option und wir kämpfen bis zur letzten Minute und geben nie auf.