Pille_absetzen

Hormonfrei – 1 Jahr nach dem Absetzen der Pille 

Mädels, hier ist sie. Meine Geschichte zum Absetzen der Pille. Der Blogpost, an dem ich wohl am längsten gearbeitet habe, am meisten recherchiert habe und der mir nach dem Beitrag über Hochsensibilität wohl auch  am meisten am Herzen liegt. Ich habe euch bewusst in meiner Instagram Story um eure Erfahrungen gebeten, da jede Frau anders ist. Jede Frau tickt anders, jede Frau hat einen anderen Charakter und jede Frau reagiert auch nicht gleich auf Hormone. Daher nehmt bitte meinen Erfahrungsbericht nicht als Masstab, denn bei euch könnte es ganz anders sein. Es kann sein, dass ihr die Pille gut verträgt, dass sie genau das richtige Verhütungsmittel für euch ist. Für mich und für viele andere Mädels ist sie es nicht. Dennoch sollte man sich bevor man sich für die Anti-Baby Pille entscheidet, gut informieren, den Beipackzettel lesen und auch die Frauenärzte sollten viel mehr darüber aufklären wie sehr künstliche Hormone den Körper einer Frau verändern können.

Im 1 Teil meines Erfahrungsberichtes möchte ich auf meine eigene Geschichte eingehen im 2. Teil, der bald online kommt auf allgemeine Folgen, Vor und Nachteile  und auch eure Erfahrungsberichte und im 3. Teil wie man die Pille richtig absetzt und sich vor etwaigen Folgen schützen kann. Das Thema Pille absetzen ist sehr umfangreich und sollte nicht verkürzt werden. Daher hab ich es auch in 3 Parts geteilt- denn ganz ehrlich : wer von euch kennts nicht? Ist ein Text zu lange blockiert man oft gleich am Anfang oder schiebt das Lesen auf bis man es vergisst. 😉

hormonfrei

Ich kann mich noch genau erinnern- ich war 12 als ich das erste Mal meine Tage bekam. Und ich fands schrecklich. Meine Periode war nämlich immer von richtigen Bauchkrämpfen begleitet. Wenns nur die Bauchkrämpfe gewesen wäre- ich hatte die ersten 2 Tage der Periode immer durchgehende  Kopfschmerzen und mein  damaliger Mini Busen spannte als würde er explodieren.  An diesen Tagen half irgendwie gar nichts ausser Schokolade, eine Wärmflasche und eine kuschelige Decke. Ich fühlte mich wirklich richtig krank. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass mich das jetzt jeden Monat einholen würde. Nachdem ich das erste Mal meine Tage bekam, folgte auch bald ein Frauenarzt  Besuch. Könnt ihr euch noch an euren ersten erinnern? Natürlich sprachen wir auch mit dem Frauenarzt über meine Periode. Ziemlich früh verschrieb er mir dann eine leichte Anti Baby Pille – ich glaub ich war damals 14. Ich hatte aber auch schon einen festen Freund- also wurden so irgendwie 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Meine Verhütung war geregelt und meine Schmerzen während der Periode waren auch weg. Und das waren sie wirklich. Durch den Blister wusste ich natürlich wann meine Tage kommen, vom Körper her merkte ich jedoch gar nichts. Es war vom „Wohlbefinden“ jeder Tag gleich. Meine Periode fiel wirklich minimal aus – ich hatte fast keine Blutungen.

Als Teenie beschäftigt man sich nur wenig mit dem eigenen Körper. Zwischen 14 und 18 war so meine richtige Party Jugend Zeit, die wohl jeder von uns mal durchgemacht hat. Jedoch war ich auch immer super ehrgeizig, machte 2 Lehrabschlussprüfungen und nebenbei begann ich noch mit der Matura. Aber um meinen eigenen Körper kümmerte ich mich sehr wenig. Lange Partynächte, wechselnde Sexualpartner (klar man will sich ausprobieren und jeder ist gleich die große Liebe..) und lange Arbeits und Lerntage- mein Körper musste das alles mitmachen und ich achtete nur sehr wenig darauf ob es mir gut geht oder nicht. Rückblickend betrachtet finde ich aber jetzt so einige Dinge, die vermutlich von der Einnahme der Pille gekommen sind.

Ich war Lehrling im Einzelhandel und rannte/stand natürlich den ganzen Tag und war immer auf den Beinen. Schon Nachmittags hatte ich geschwollene Füße und konnte meist kaum noch stehen. Wenn es heiß war (zbsp in Urlauben..) hatte ich meist so dicke Finger, die ich nicht mehr abbiegen konnte, weil sie so schmerzten. Um ehrlich zu sein, damals wusste ich nicht, dass dies Wassereinlagerungen sind. Da kam ich erst viel, viel später drauf.

Ich hatte dauerhafte Kopfschmerzen. Ich kann mich noch gut dran erinnern, weil sich Freunde oft lustig drüber machten und meinten, dass käme vom Alkohol 😉 Das war es aber definitiv nicht, denn es brauchte nur das Wetter umschlagen oder auch gar nichts sein und ich spürte es sofort im Kopf. Aber auch das schwieg ich in meinen wilden Teenie Jahren nieder und unterdrückte es mit diversen Schmerzmitteln.

Ich war superlaunisch und eine mega Zicke. Ohjaaaa und das war ich wirklich. Klar ich bin hochsensibel, dennoch hat Hochsensibilität nichts mit unüberlegten emotionalen Ausrasten zu tun. Mehr zum Thema Hochsensibilität erfahrt ihr übrigens hier.

Es brauchte nur etwas nicht nach meinem Kopf gehen, rastete ich richtig aus. Oder Eifersucht, das war auch so ein Thema. Ich war einfach immer unruhig – dauerhaft.

Das Leben ohne Pille

Das erste Mal die Pille abgesetzt habe ich wie wir für Moritz geübt haben. Moritz war ein absolutes Wunschkind und zu 100% geplant. Es ging auch relativ schnell- ich glaube, dass es ca 6 Monate gedauert hat bis ich einen positiven Test in der Hand hielt.

Ca 4 Monate nach Moritz Geburt begann ich wieder mit der Pille. Es sollte ja nicht gleich Nummer 2 nachkommen. 😉 Bald schon merkte ich, dass meine Pille zu leicht für mich war und nicht mehr wirkte. Aber das ist eine andere Geschichte. Schlussendlich verschrieb mir der Frauenarzt eine stärkere und die 3 Punkte, die ich euch oben beschrieben habe, wurden noch ausgeprägter. Ich hatte wirklich dauerhafte Kopfschmerzen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich schon wieder Vollzeit im Handel. Mir ging es körperlich überhaupt nicht gut. Ständige Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen und innerliche Unruhe gehörten bei mir zur Tagesordnung. Ich checkte aber echt noch immer nicht, dass dies von der Pille kommt. Ich ging sogar öfters zum Arzt, machte diverse Untersuchungen – aber niemand kam drauf was der Auslöser war. Ich war nie in Krankenstand oder so , aber Schmerztabletten  gehörte bei mir echt zur Tagesordnung. Und ich verhütete weiterhin mit der Pille und nahm sie brav täglich ein.

Je älter ich wurde, umso mehr beschäftigte ich mich mit mir selbst, mit meinem Körper und mit dem was mir guttut. Ich stellte meine Ernährung um, nahm einige Kilos ab, schaute dass ich Routinen in unseren Tagesablauf bekam und lernte meinen Traummann kennen. 😉 Natürlich redeten wir auch oft über das Thema Verhütung. Wir haben beide keinen Kinderwunsch mehr und unsere Familienplanung ist mit Moritz komplett, deshalb haben wir lange überlegt was die optimale Verhütungsmethode für uns ist. Basti ist und war immer schon ein Mensch, der sehr auf healthy Lifestyle fokussiert ist und war total dagegen, dass ich mir weiterhin täglich künstliche Hormone reinschüttete. Ich begann das erste Mal bewusst über die Pille zu recherchieren und stieß dabei auf viele interessante Artikel, in denen ich mich voll wiederfand. Ab diesen Zeitpunkt stand für mich fest, ich will diese künstlichen Hormone loswerden.

Ich nahm also meine Packung fertig und genau am Tag an dem wir vom Kroatien Urlaub heimgefahren sind, nahm ich meine letzte Pille. Wie es mir dabei ging? Ich war mega nervös, mega skeptisch und auch irgendwie unsicher wie wir nun weiterhin verhüten werden. Ausserdem las ich extrem viele Schauergeschichten , was denn nun alles passieren könne, wenn man die Pille absetzt. Ich hatte Angst, dass mir meine Haare ausfallen, ich keinen regelmässigen Zyklus mehr bekomme und meine Haut schrecklich wird. Aber es kam alles eigentlich echt harmlos und weit nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt habe.

Der Zyklus: Meine erste Periode kam genau 28 Tage später und war super leicht. Ich merkte nicht mal wirklich, dass ich sie hatte. Die nächsten Zyklen waren dann aber echt unregelmässig. Einmal kam sie gar nicht, dann wieder 2 Mal hintereinander . Ich hatte damals jedes Mal Panik , dass ich schwanger war, obwohl wir natürlich verhüteten. Nach ca 1/2 Jahr hat sich alles eingependelt. Inzwischen ist mein Zyklus sehr regelmäßig, so regelmäßig, dass ich Tag und Wecker danach stellen könnte. Ich spüre meinen Zyklus. Ich spüre genau wann ich den Eisprung habe, ich spüre aber auch genau die Tage vor den Tagen. Irgendwie bin ich eine Einheit mit meinem Körper geworden. Ich weiß nicht wie ich euch das beschrieben soll- jetzt im Nachhinein gesehen habe ich das Gefühl, dass die Pille meine Wahrnehmung gegenüber dem eigenen Körper abgeschwächt hat.

Die Periode: Ja meine Periode ist ein Thema für sich. Ich fühle mich manchmal in die Teenie Zeit vor der Einnahme der Pille zurückversetzt. Die ersten 2 Tage der Periode sind für mich wirklich schrecklich. Ich hab extreme Bauchschmerzen, die oft auch von Übelkeit oder Kopfweh begleitet werden. Da ich meinen Zyklus kenne und ich mich eigentlich inzwischen zu 100% drauf verlassen kann, versuche ich diese 2 Tage immer möglichst ruhig zu gestalten. Geht natürlich nicht immer, im schlimmsten Fall muss ich zu einer Schmerztablette greifen. Im Vergleich dazu: während der Einnahme der Pille spürte ich meine Periode kaum bis gar nicht. Auch die Blutungen waren ca 1/4 von dem wie sie jetzt sind.

Das Kopfweh: Alle die auch von regelmäßigem Kopfweh geplagt sind, wissen wie es mir gegangen ist. Schon nach dem ersten Zyklus waren die penetranten Kopfschmerzen weg und kamen auch nie wieder. Ganz selten habe ich während meiner Periode leichte Kopfschmerzen, diese sind aber vom Schmerz her weitaus nicht zu vergleichen mit den Kopfschmerzen während der Einnahme der Pille.

Haut und Haare: Meine Haut wurde schlechter. Ja ich schreibe da jetzt auch ehrlich drüber, auch wenns vielleicht den einen oder anderen abschreckt. Die ersten 3-4 Monate nach Absetzen der Pille konnte ich selbst nicht glauben, was da mit meiner Haut los ist. Überall kamen Pickel hervor, Hautunreinheiten – sogar mit Make up redeten mich die Leute an, ob ich zurück in die Pubertät bin. Okay ich wollte wirklich oft aufgeben und mir einfach wieder die Pille reinschmeißen. Aber ich bin froh, dass ich durchgehalten habe. 1 Jahr später hab ich generell keine Hautprobleme mehr, ausser rund um den Einsprung. Aber das ist meistens ein Schub Pickel der kommt und auch wieder verschwindet. Wie ich meine Haut wieder unter Kontrolle bekommen habe und was mir geholfen hat, verrate ich euch dann in Teil 3. Bei meinen Haaren merkte ich nicht wirklich einen Unterschied. Sie wurden ein bisschen feiner. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich vorbeugend 1 Jahr nicht gefärbt und wenig geglättet habe und wirklich auf meine Haare geschaut habe.

die Wassereinlagerungen: sind zwar nicht komplett weg, aber beschränken sich auf die Beine. Früher hatte ich ja im ganzen Körper Einlagerungen und da sind die in den Beinen jetzt fast noch Luxus. An was meine Wassereinlagerungen genau liegen, hab ich bis heute nicht herausgefunden. Vermutlich ist es einfach die 10 stündige Stehzeit in der Arbeit.

das Wohlbefinden: Oh yes. Das ist der Hauptgrund warum ich so froh bin, mit der Pille aufgehört zu haben. Mir geht es so gut 🙂 Ich bin innerlich viel ruhiger und ausgeglichener, mich schmeisst nichts mehr so leicht aus der Bahn. Keine emotionalen Ausraster, keine Eifersuchtszenen und ich bin eins mit mir selbst. Natürlich werden hier mehrere Faktoren mitspielen. Ich bin endlich angekommen, hab den Mann an meiner Seite, bei dem ich mich 100% wohl und sicher fühle und bin älter, erfahrener und weiser geworden. So richtig gut, geht es mir trotzdem erst seitdem ich keine künstlichen Hormone mehr schlucke.

Zusammengefasst: ich bin sehr froh, dass mich Basti dazu gedrängt hat die Pille abzusetzen. Nach 1 Jahr ohne Pille fühl ich mir wie ein neuer Mensch. Wir verhüten übrigens nach wie vor mit Kondom, obwohl wir uns schon über andere Verhütungsmethoden schlau gemacht haben. Wir haben aber gemeinsam beschlossen, nicht mehr in meinen natürlichen Zyklus, in meinen Körper einzugreifen und ihn einfach so zu lassen wie er ist, denn so geht es ihm gut. Das Thema Verhütung ist wieder ein ganz eigener Punkt. Ich finde trotzdem, dass absolut kein Punkt gegen Kondom spricht. Wir merken beide keinen krassen Unterschied und wenn man ein bisschen kreativ ist, kann man es auch aufregend einbauen. Generell muss ich sagen, dass ich seitdem Absetzen der Pille viel mehr Lust und viel mehr Spass am Sex verspüre. In den ersten beiden Zyklen, spielte zwar mein Körper noch nicht so mit wie ich das gerne gehabt hätte, aber inzwischen muss ich echt zugeben, dass es Phasen gibt wo ich nicht genug bekommen kann. 😉 Ich bin erleichtert darüber, dass mir einige von euch dass bei meiner IG Umfrage bestätigt haben, dass es ihnen genauso geht.

Wer von euch nimmt die Pille, wer hat sie abgesetzt? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen.

Eure Kati