NEUES JAHR , NEUES ICH ? EINE KLEINE MINI JAHRESREFLEXION

Aus meiner geplanten Mini Auszeit wurde nun  doch  eine ungeplante, längere Auszeit.

Diese ungeplante, längere Auszeit hat mir auf jeden Fall wieder einmal bestätigt, dass nicht alles im Leben planbar ist und dass es das Wichtigste ist auf sich selbst, seine Bedürfnisse, Gefühle und seinen Körper acht zu geben. Unser Körper zeigt uns meist ganz deutlich welche Bedürfnisse er hat – meist deute ich die Zeichen auch ganz gut und höre darauf. Manchmal überschätze ich mich aber  selbst, übertauche körperliche und emotionale Warn Signale –  vermutlich aus Angst mich selbst  zu enttäuschen oder jemanden nicht gerecht zu werden oder gewisse Erwartungen einfach nicht zu erfüllen. Um dieses Thema soll es aber heute nicht gehen – neiiiin heute geht es um das Thema Neujahrsvorsätze. Ich hab meine  Auszeit, meine Zuhausezeit , meine Offlinezeit auch bewusst für eine kleine Jahresreflexion genutzt um das ganze Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen, damit abzuschließen und voller positiver Gedanken ins neue Jahr zu starten.

NEUES JAHR NEUES ICH?

Der Jahreswechsel ist immer die Zeit der großen Vorsätze. Viele nehmen sich zu Neujahr vor mehr Sport zu treiben, zum Rauchen aufzuhören oder gar ihr ganzes Leben zu verändern. Ich selbst bin nicht so der Fan von Neujahrsvorsätzen, denn möchte ich eine Veränderung vornehmen brauche ich keine neue Jahreszahl dafür. Ich packe Veränderungen gleich an oder zu einer gewissen Timeline, die ich im Vorhinein plane. Dennoch liebe ich es zum Jahreswechsel das ganze Jahr nochmal gedanklich durchzugehen, zu reflektieren, Fehler zu analysieren und daraus zu lernen. Aus Fehlern des letzten Jahres zu Lernen – irgendwie also doch  ein Neujahresvorsatz 😉 Aber einer, den ich mir bewusst vornehme und der auch meistens ganz gut funktioniert.

SCHEITERN

Warum scheitern soviel Jahresvorsätze eigentlich nach so kurzer Zeit? Aus meinen eigenen Erfahrungen gibt es dafür einige plausible Gründe.

  • PLANUNG: Manche Vorsätze werden einfach nicht richtig geplant. Möchte man gewisse Gewohnheiten umstellen, erfordert das meist neue Routinen, Strukturen und vor allem Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Du möchtest zum Beispiel regelmässig Workouts machen? Dann besorg dir gleich vorab die Sachen, die du dazu benötigst. Kauf dir neue Sportkleidung (das motiviert oft auch unheimlich), such dir vorab schon Workouts heraus , such dir einen fixen Ort , an dem du die Workouts machen möchtest und plane eine fixe Zeit für Sport ein.
  • TO MUCH: Nimmt man sich 10 Sachen auch einmal vor, macht man keine mehr richtig und mit voller Überzeugung. Fokussiere dich auch einen Vorsatz- hast du diesen umgesetzt und gefestigt , kannst du das nächste Thema in Angriff nehmen.
  • KOPFSACHE: Viele Vorsätze werden aus einer Laune heraus entschieden. Wenn du nicht zu 100% dabei bist wirst du deinen Vorsatz nur halbherzig umsetzen können und wahrscheinlich früher oder später scheitern.
  • DRUCK: Würde mich jemand unter Druck setzen, würde das vielleicht kurzzeitig funktionieren. Langfristig würde ich wohl innerlich daran zerbrechen. Da ich selbst ein sehr großer Perfektionist bin und immer alles richtig machen will, mach ich mir meist sowieso selbst genug Druck. Egal ob im privaten oder im beruflichen Umfeld – meiner Meinung nach läuft alles viel produktiver, wenn man statt mit Druck mit Erfolgen arbeiten. Halte kleine und große Erfolge fest. Ich führe seit langer Zeit ein Erfolgsjournal. Hier kommt jeder noch so kleine Erfolg rein- wenn ich Phasen der Demotivation habe, blättere ich das Journal durch und ganz schnell ist die Motivation wieder da.

2021

Mein 2021 – ich bekomm beim Schreiben fast ein bisschen Gänsehaut und Tränen in den Augen . Auf Instagram nehme ich euch täglich in meinen Alltag mit , daher wissen ja viele von euch was dieses Jahr alles so passiert ist bei mir.  Fashiondiaries Onlineshop hat sich entwickelt – mein Baby wurde quasi zum Teenager . Zum Teenager, denn  die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen und bis zum Erwachsenwerden von fashiondiaries hab ich noch einiges vor.

2021 war für mich beruflich gesehen eines der herausforderndsten und lehrreichsten Jahre überhaupt.  Ich bin noch nie so oft an meine Grenzen gestossen, hingefallen und wieder aufgestanden wie heuer. Ich habe Entscheidungen getroffen, viele kleine und große Veränderungen vorgenommen und dabei natürlich auch Fehler gemacht. Ich hab nächtelang durchgearbeitet und jeden Tag bis zum Umfallen gekämpft. (Stichwort Lagerumzug Deutschland ;-)) Ich musste Prioritäten setzen. Ich hab Menschen ziehen lassen, die nicht mit mir mitgezogen sind – dafür habe ich Menschen in mein Leben gelassen, die es bereichern und auch massgeblich an meiner Entwicklung beteiligt sind. Denn nicht  nur fashiondiaries , sondern auch ich selbst habe mich entwickelt. Metaphorisch gesehen würde ich sagen die Raupe ist zum Schmetterling geworden.Ich habe glaub ich so ziemlich das erste Mal überhaupt Hilfe zugelassen – normalerweise bin ich ja mehr die Einzelkämpferin. 😉 Ich habe 2021 endlich kapiert,  dass man zusammen stärker ist  und es gar nicht so schlimm ist, wenn man nicht alleine kämpft.

Nach über 3 Jahren Pause  schrieb ich Anfang November meinen ersten Blogpost. Ein langer Wunsch von mir meinen Blog endlich wiederzubeleben- irgendwie hat mir aber immer  der Antrieb und auch die Kreativität  dazu ein bisschen gefehlt. Ich wusste lange nicht über welche Themen ich schreiben sollte – ich hatte richtiggehend eine Schreibblockade und konnte mich auch irgendwie nicht öffnen und locker drauflosschreiben. Es fühlte sich lange nicht richtig an.Mit meinem Blog und meinem Instagram Kanal hat vor über 6 Jahren einfach alles begonnen.Ich hab jede freie Sekunde in meinen Blog investiert- daher hängt hier natürlich auch ganz viel Herz drinnen und der Blog hat für mich eine persönliche, sehr große Bedeutung.  Meine Blogposts waren immer zu 100% aus meinem Leben, aus meinem Alltag, aus meinen Gedanken und aus meinen tiefsten Ich heraus. Ich könnte einfach niemals irgendwelche emotionalen Fantasiegeschichten schreiben oder erfinden, es würde sich falsch anfühlen. Für mich war immer klar-  wenn ich meinen Blog wiederbelebe dann nur so. Authentisch, ehrlich , meine Gedanken und aus meinem Leben und Alltag  heraus. Wie ich die Schreibblockade überwunden habe…. hmmm das fragen mich wirklich ganz ganz viele. Ich würde es so ausdrücken – vielleicht wurde ich einfach aus mir herausgelockt, inspiriert und bin wieder erwacht 😉

Meine berufliche Entwicklung hat sich natürlich auch in meinem Privatleben und meinem persönlichen Wachstum bemerkbar gemacht. 2021 bin ich auch hier ungefähr 100000 Schritte nach vorne gegangen. Ich hab mich selbst besser kennengelernt , herausgefunden was ich will (und was ich nicht will) und ich bin ich selbst. Als HSP war ich lange Zeit nicht ich selbst, ich hatte immer das Gefühl mich vor meinem Umfeld verstellen zu müssen um akzeptiert zu werden. Jetzt lebe ich meine Hochsensibilität zu 100 % aus, vertraue auf meinen Instinkt und nutze meine scheinbaren Schwächen als Stärken für mich selbst. Ja ich liebe es hochsensibel zu sein – bis auf die letzten 2 Dezemberwochen, hier wäre ich lieber normal sensibel gewesen. 😉 Aber okay auch die waren für etwas gut und haben mir viele Erkenntnisse und Lehren gebracht.  Ich habe mir ein berufliches und privates Umfeld geschaffen, in dem Menschen sind, die mich genauso akzeptieren wie ich bin und mich wahrscheinlich sogar deshalb mögen.

Ende 2021 bin ich ausserdem  über meinen Schatten gesprungen und habe einen, sehr lang in mir schlummernden Konflikt aus meiner Kindheit, gelöst. Dieser hat mich wohl doch mehr als vermutet in meiner Entwicklung gestoppt und Ängste immer wieder hochkommen lassen. Ich habe abgeschlossen, lasse die Vergangenheit, Vergangenheit sein und lebe in der Gegenwart.Ich habe gemerkt, dass sich Menschen ändern können , verziehen und nach sehr langer Zeit eine 2. Chance gegeben.

In mir wurden ausserdem dieses Jahr Gefühle geweckt, die ich so in der Art nicht kannte.Gefühle, die mir einerseits sehr gut getan haben und mich aus mir herausgelockt und mir enormen Power  gegeben  haben. Gefühle,besondere Bindungen zu Menschen, die mir ein Stückchen mehr gezeigt haben was ich im Leben wirklich will und brauche. Gefühle, die ich ich anfangs nicht richtig zuordnen konnte und mich manchmal sehr überfordert haben.Ich habe mich 2021  geöffnet und vertraut. Die Angst verletzt und enttäuscht zu werden hat mich dazu gebracht selbst zu verletzen und zu enttäuschen.Über meine eigenen Gefühle zu sprechen, dazu zu stehen, hab ich  2021 nicht geschafft. Dieser Schuss ging so ziemlich nach hinten los und endete ziemlich im emotionalen Chaos und kompletten Missverständnissen.  Ja ein richtiges Gefühlschaos und eine emotionale Achterbahn und Überforderung waren 2021 auch dabei 😉 Schlussendlich hat aber auch das zu meinem persönlichen Wachstum beigetragen und bekanntlich lernt man ja aus Fehlern. Fehler sind die Grundlage für ein späteres erfülltes Leben.

Ich bin fast ein bisschen stolz auf meine persönliche Entwicklung in diesem Jahr. Ich lebe bewusster, achtsamer und gehe mehr auf mich und meine Bedürfnisse ein. Lange war ich auf der Suche nach dem großen Glück, der großen Erfüllung – nun weiß ich, dass es die kleinen Dinge, die kleinen Momenten, besondere Bindungen  sind die schlussendlich das große Glück ausmachen.

ERKENNTNISSE 2021 

  • GEDULD : Geduld ist ja nicht gerade meine Stärke. 2021 hat mir aber mehr denn je gezeigt, dass wir HSP´s manchmal einfach mehr Zeit gerade für emotionale Dinge, Gespräche brauchen als Normal sensible Menschen. Durch Überrumpeln können Missverständnisse und Unklarheiten entstehen – daraus folgend Enttäuschungen und Verletzungen, die eigentlich nicht sein müssten. Gut Ding braucht Weile – trifft in manchen Bereichen des Lebens wohl doch zu. Manchmal ist es besser Dingen einfach ihren Lauf zu lassen und auf sich zukommen zu lassen. Step by step und einem Schritt nach dem anderen ist sometimes auf jeden Fall besser als mit der Tür ins Haus zu fallen und aus Überforderung alles zu zerstören. Ich bin der festen Überzeugung was sein soll wird auch so werden.
  • FEELINGS: Auch wenn mich meine eigene Gefühlswelt 2021 kurz  ein bisschen überfordert hat – ich bin mir sicherer denn je, dass wir HSP´s einfach auf unseren Instinkt vertrauen dürfen. Er zeigt uns den richtigen Weg. Meine Gefühle täuschen mich eigentlich so gut wie nie – ich muss mich nur darauf einlassen und sie manchmal einfach akzeptieren und  wahrhaben lassen.
  • FEHLER: Fehler sind die Grundlage für ein späteres, erfülltes Leben aus denen man lernt. Würde man keine Fehler machen, könnte man sich wahrscheinlich nie weiterentwickeln und würde immer am selben Fleck stehen bleiben. Wir lernen nie aus – wenn wir es zulassen.
  • DO WHAT MAKES YOU HAPPY: Mache das was dich glücklich macht. Ich würde Entscheidungen über mein Leben niemals von anderen Menschen abhängig machen, nur weil sie es glücklich macht. Jeder von uns hat das Recht auf ein erfülltes, glückliches Leben. Jeder von uns hat auch das Recht selbst entscheiden zu können , was/wer  ihn glücklich macht.Bedürfnisse können sich im Laufe der Zeit ändern, manchmal passen gewisse Bedürfnisse vielleicht auch einfach nicht mehr zueinander. Manche Bedürfnisse passen vielleicht auch nicht in die perfekte Gesellschaftsnorm. Sollte man das einfach so hinnehmen- weil es andere erwarten? Ich hab schon soooo oft gehört, ich muss das aber machen , es gehört sich so , die Menschen erwarten das von mir. Geht mal kurz in euch: Möchtest ihr wirklich am Sterbebett sagen : ich hab das Leben geführt, dass sich gehört oder das die Gesellschaft von mir erwartet hat, dass andere glücklich gemacht hat? Also ich definitiv nicht. Ich möchte das Leben führen, dass mich glücklich macht.Wenn ich glücklich bin, überträgt sich das nämlich auch auf mein Umfeld. Und einem Umfeld, dass mich aufrichtig und ehrlich liebt sollte eigentlich auch wichtig sein, dass ich glücklich bin.
  • HILFE ZULASSEN: Mehrere Köpfe sind stärker als ein einzelner Kopf.
  • KÄMPFEN: Kämpfe um das was dir wichtig ist. Würde ich um etwas , dass mir wichtig ist nicht kämpfen, würde ich mich wahrscheinlich mein restliches Leben fragen wie es gewesen wäre. Auch wenn ich scheitere, möchte ich zumindest sagen können – ich habe gekämpft und alles probiert um es zu versuchen.
  • ÄNGSTE ÜBERWINDEN: Ängste, kommen von irgendwoher. Ängste entstehen nicht einfach so grundlos. Ich habe mich gerade im letzten Jahresviertel bewusst mit meinen Ängsten auseinander gesetzt. Ich habe reflektiert, woher sie kommen und warum sie so tief sitzen. Meine wohl größte, persönliche  Angst ist im Stich gelassen oder verletzt zu werden, der Ursprung liegt hier sehr lange Zeit zurück. Durchs Aufreissen dieser Narben konnte man mich richtig zerstören.Zum Jahresende bin ich meinen Ängsten bewusst auf die Spur gegangen, habe mich ihnen gestellt und jahrelang zurückliegende Konflikte gelöst. und hey – es fühlt sich gut an. Auch wenn dies wirklich kein leichter Schritt war – ist es ein sehr wichtiger Schritt um bereit für die Gegenwart und die Zukunft zu sein. Niemand von uns will doch aus Angst die Wunder des Lebens verpassen, oder?
  • DISTANZ: Manchmal braucht man einfach Distanz und Ruhe um wieder klar denken zu können und um herauszufinden was man wirklich will.

2022 – ich bin bereit für dich und freue mich auf jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde mit dir. Ich freue mich auf all die Herausforderungen, die du bringen wirst. Auf schöne Momente, einzigartige Menschen, tolle Gespräche  und die kleinen Dinge, die das Leben so besonders machen. Ich freue mich auf große und kleine Abenteuer. Ich freue mich auch darauf meine Erkenntnisse von 2021 umzusetzen. Ich freue mich auf Veränderungen und darauf neue Erfahrungen sammeln zu dürfen. Ich freue mich darauf jeden Tag bewusst, achtsam und voller Dankbarkeit erleben zu dürfen. Ich freue mich darauf meine beruflichen und privaten Ziele in Angriff zu nehmen.  2022 ich freue mich auf dich!

Von 2021 habe ich mich mit meiner Jahresreflektion innerlich schon verabschiedet – ich nehme aber ganz viel aus diesem Jahr mit. Ich bin dankbar 2021  mit allen Höhen und Tiefen erlebt haben zu dürfen. Ich bin dankbar für viele kleine wunderbare Momente, ich bin aber auch dankbar für Verletzungen, Enttäuschungen und negative Erfahrungen, die mich ein Stück weiter zu mir selbst finden lassen haben. Ich bin dankbar, dafür dass ich an Stärke gewonnen. Ich bin dankbar für die Menschen, die 2021 in mein Leben gekommen sind und es sehr bereichert haben. Ich bin dankbar dafür jeden Tag meinen beruflichen Traum  gelebt haben zu dürfen.

Nachdem ich leider noch immer nicht ganz fit bin, wird der Jahreswechsel bei mir heuer sehr ruhig ausfallen. Vermutlich werde ich ihn einfach verschlafen um powerful in einen wunderbaren, ersten Tag vom neuen Jahr starten zu können. 🙂

Euch wünsche ich einen tollen Rutsch und dass 2022 alles in Erfüllung geht was ihr euch vorgenommen habt. Ich möchte mich ausserdem für eure Treue bedanken. Es ist für mich alles andere als selbstverständlich, dass hier seit meinem ersten Blogpost im November wieder so viele Menschen herumschwirren.

Bis nächstes Jahr,

Eure Kati