She took a deep breath and let it go. Über Loslassen und Abschließen.

Long time no see 🙂 Das Real Life hatte mich die letzten 2 Wochen so ziemlich unter Kontrolle, daher war es hier auch ein bisschen ruhiger und es kamen keine neuen Blogs. An diesem Blogpost hab ich bereits längere Zeit gearbeitet – dieses Wochenende hab ich ihn aber endlich fertig gestellt. With a little bit help von meiner Assistentin Julia Schönpos , jaaa es ist der erste Blogpost, der quasi eine Probeleserin und eine Co Autorin hat. Gemeinsam haben wir ein Thema ausgearbeitet, dass uns Hochsensiblis meist sehr schwer fällt und das auch ganz schön weh tun kann.

In der letzten Zeit haben wir uns öfters  bewusst mit dem Thema „Loslassen“ auseinander gesetzt. Auch ich gehöre zu den Menschen, die nur sehr schwer loslassen können. Gedanken, Träume, Ziele, Menschen – habe ich mir etwas in den Kopf gesetzt, gebe ich 110% um diese auch umzusetzen. Aufgeben ist für mich normalerweise keine Option und ich kämpfe immer bis zum Ende. Menschen, die einen Platz in meinem Herzen haben und es dorthin geschafft haben, kommen da nur ganz schwer wieder raus. Auch hier fällt mir loslassen extrem schwer und es muss viel passieren, dass ich sie aus meiner Gefühlswelt  wieder rauskicke.

Loslassen – bereits als Kleinkinder wird es uns in Loslassgruppen gelehrt.Warum fällt uns Erwachsenen das Loslassen aber oft so schwer?

Warum halten wir oft krampfhaft tagelang, monatelang an etwas fest, dass uns eigentlich (wenn wir uns ehrlich zu uns selbst sind)  gar nicht gut tut? An etwas, dass unsere Gedankenwelt durcheinander bringt, das uns traurig macht , dass uns womöglich verletzt und uns Energie raubt? An etwas, dass sich in der Realität nie in die Richtung entwickeln wird, die wir uns wünschen?

Gefühle, Gedanken, Träume, Wünsche , Menschen…

Manchmal halten wir an Freunden, Bekanntschaften oder Liebesbeziehungen fest, die in der Realität gar nicht funktionieren. Wir träumen uns die Dinge schön und sind dann enttäuscht, wenn es sich nicht so entwickelt, wie wir es uns erträumt haben. Meist schadet uns dies aber mehr als das es uns weiterbringen kann. Oft meinen wir mit Loslassen auch Loswerden. Dieses Gefühl, diese Gedanken, diese Träume, die sich nicht in die richtige  Richtung entwickeln….Wir wollen sie loswerden, weil wir innerlich genau wissen, dass sie nicht richtig sind –  trotzdem sind sie da. Sie beschäftigen uns tagelang, wochenlang, monatelang unsere ganze Gedankenwelt kreist darum ohne dass es sich weiterentwickelt.

Manchmal gibt es aber gute Gründe um etwas oder jemanden loszulassen… Der erste Schritt und wohl auch der schwierigste ist die Erkenntnis. Die Erkenntnis, das in diesem Fall loslassen einfach der bessere Weg ist. Der erste Step – der erste Step, der sehr schmerzhaft ist , denn  hat man meist schon sehr viel Zeit, Energie, Wünsche, Vertrauen  und Gedanken in etwas investiert. Loslassen, Abschließen wird nicht von einem Tag auf den anderen funktionieren. Loslassen braucht Zeit, schließlich bedeutet uns die Sache, die wir loslassen ja etwas ….Gib dir diese Zeit und akzeptiere, dass du auch mal Rückschläge haben wirst, traurig sein wirst und diesen Menschen, diese Gedanken, diese Träume nicht von einen Tag auf den anderen aus deiner Gedankenwelt haben wirst. Ich bin grundsätzlich ein totaler Herzensmensch, der immer instinktiv entscheidet. Daher fällt mir das Loslassen einfach deutlich leichter, wenn mein Herz auch ja dazu sagt. Wenn bei Kopf/Herz Entscheidungen jedoch der Kopf gewinnt, ist es für mich ziiiiemlich schlimm, und es fällt mir deutlich schwerer.

GRÜNDE UM LOSZULASSEN…

  • etwas entwickelt sich einfach nicht in die richtige Richtung Obwohl du schon lange Zeit an etwas festhält, für etwas kämpft entwickelt es sich nicht in die Richtung, die du dir wünscht. Manche Dinge brauchen mehr Zeit wie andere, dennoch  setze ich mir immer gerne Timelines – entwickelt es sich innerhalb dieser Timeline nicht in die gewollte Richtung, ist es Zeit loszulassen und abzuschließen.
  • es macht dich mehr traurig als glücklich: Wäge ab , wie oft macht dich diese Situation traurig, verletzt dich, bringt dich zum nachdenken und wie oft macht sie dich glücklich? Eine leichte Schulrechnung, die dir aber hilft vor Augen zu halten, dass dich diese Sache, diese Situation eigentlich gar nicht glücklich macht. Reflektiere Situationen, denke drüber nach , mach dir bewusst Gedanken… Möchtest du in 10 Jahren noch immer in dieser Situation stecken, in der du jetzt steckst?Möchtest du dein Leben, die vielen Möglichkeiten an dir vorbeiziehen lassen, weil du auf etwas wartest und deine Gedankenwelt damit beschäftigt ist „was wäre wenn“ Situationen abzuwägen?
  • du bist für jemanden Plan B, der für dich Plan A ist : Verschenke nicht dein Herz, deine Gefühlswelt an jemanden, der es dir nicht zurückgeben kann. Für irgendjemanden da draussen bist du mit Sicherheit auch Plan A und keine Alternative.

Weitere Gründe um loszulassen und abzuschließen:

  • deine Ziele und Bedürfnisse haben sich geändert 
  • du fühlst dich komplett unverstanden 
  • du hälst an Gewohnheiten fest 

LET IT GO…. Punkte , die dir helfen abzuschließen

  • Such dir ein Hobby. Etwas dass dich ablenkt, dich fordert und dir gut tut – etwas worauf du dich jeden Tag aufs Neue freust.
  • Loslassen mit Meditation. Ist sicher nicht für jeden das Richtige-uns hilft es enorm uns zumindest kurzzeitig von unserer Gedankenwelt zu befreien.
  • Akzeptieren und verzeihen. Akzeptiere, dass es so ist wie es ist – dass du vielleicht einen Fehler gemacht hast. Aber verzeihe dir und konfrontiere dich nicht mit Selbstvorwürfen.
  • Setze dir neue Ziele. Goals, auf die du hinarbeiten kannst.
  • Sorge dich um dich selbst. Selfcare ist immer wichtig. Aber in diesen Phasen noch eine kleine Spur wichtiger als sonst. Belohne dich, tue dir Gutes und vor allem finde für dich selbst heraus was dir gut tut.
  • Gefühle zulassen: Lass deine Gefühle zu – es ist normal, dass du in solchen Phasen auch mal traurig bist. Schreibe deine Gedanken  nieder, schreie sie raus oder rede offen mit jemanden darüber, dem du zu 100% vertraust.
  • Distanziere dich und lasse Erinnerungen langsam verschwinden. Lösche Whats App Verläufe, verbanne Lieder aus deinem Leben, die Erinnerungen hochkommen lassen, meide Orte, die dich erinnern … Wenn du drüber hinweg bist und diese Erinnerungen irgendwann mal wieder herauskramst, wirst du vielleicht mit einem Lächeln zurückblicken können.
  • Sperr dich nicht zuhause ein und verkrümmle dich nicht in deiner Welt: Gehe raus, entdecke die Welt und lass neue Abenteuer , zu. Schaffe neue Erinnerungen, neue Moments , die deine Gedankenwelt füllen dürfen.

Loslassen, obwohl wir festhalten möchten. Weitergehen,obwohl wir stehen bleiben möchten. Das sind die schwierigsten Aufgaben, vor die uns das Leben stellt. Manchmal ist es aber besser mit einem Lächeln loszulassen, anstatt mit Tränen festzuhalten.

Eure Kati & July