Influencer_traumjob

Traumjob Influencer?

Influencer= Als Influencer werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen.

Influencer ist ein völlig neues Berufsbild, dass in den letzten Jahren stark zu nimmt. Viele Firmen zählen auf Social Media Werbung, weil es einfach eine sehr günstige Form von Werbung ist. Die Influencer stellen ihrer Community Produkte vor, von denen sie selbst überzeugt sind (oder zumindest überzeugt sein sollten) und empfehlen diese weiter.

Ausschlafen- im Bett gemütlich die Mails checken- „ungeschminkt“ toll aussehen und vom Bett aus in der Story mit seiner IG Community quatschen. Später dann ein healthy brunch zu sich nehmen -für Frühstück ist es ja dann schon zu spät- noch schnell zum Workout damit die Bikini Figur auch eine Bikini Figur bleibt, Wimpern auffüllen und zwischendurch ein paar Fotos shooten, damit man die Community bespaßen kann. Schnell noch ein paar Herzchen auf IG verteilen, sonst kommt ja nichts zurück. Ein paar der unzähligen Päckchen mit neuen Klamotten auspacken, die täglich hereintruddeln und den perfekten Look für die geile Party am Abend suchen. Seiner Community das 1000. ultimative geile Abnehmprodukt vorstellen, mit dem sie sicher die lästigen 5 kg abnehmen.  Dann zum Styling , Haare machen und so… Nebenbei in die Kamera grinsen und immer schön sein. Thats Influencer Life? NOT.

OK vielleicht die ganz großen Influencer können sich das erlauben, denn die meisten haben ein Team von Management, Stylistin und Fotografen um sich. Für uns „kleineren“ Influencer, sind die täglichen Pakete, die unzähligen Fotos, die Storys harte Arbeit. Harte Arbeit, die wir aber gerne machen, weil wir unsere Community lieben und weil wir das Thema lieben um das sich unser Feed dreht. Die meisten kleineren Influencer verdienen nicht die mega Kohle damit und müssen nebenbei arbeiten gehen um sich das Leben, den Influencer Lifestyle , die daily Outfits überhaupt leisten zu können. Bis man sich eine große treue Community aufbaut, vergeht Zeit. Man muss viel Zeit, Energie und harte Arbeit in sein Profil stecken um überhaupt mal für Firmen interessant zu werden.

Ist Influencer wirklich ein Traumjob?

How to become an Influencer?

Wie oben schon erwähnt ist es mega zeitaufwändig. Jeder der ein Instagram-Profil hat und es professionell betreibt, weiß wieviel Zeit, Energie und Liebe man investieren muss, bevor die Welt überhaupt einmal aufmerksam wird auf einen.

Ich hab meinen Instagram Account nun seit knapp 3 Jahren-seit ungefähr 2 betreibe ich ihn so intensiv wie jetzt. Angefangen hab ich ganz ohne Hintgegedanken. Ich wollte mir einfach Gleichgesinnte suchen, mit denen ich mich über mein Lieblingsthema Fashion austauschen konnte und postet einfach jeden Tag mein Daily Outfit. Damals tat ich mir für meine Fotos nichts an, schaute weder auf den Filter, noch die Bearbeitung und der Hintergrund war mir ziemlich egal. Wie gesagt ganz ohne Hintergedanken 😉 Ziemlich schnell fand ich größere Accounts im Bereich Fashion und Lifestyle, die ich einfach nur bewunderte. Ich wollte so sein wie diese. Influenced eben. Mein Ehrgeiz wuchs- ich nahm mir mehr Zeit für meine Fotos, mehr Zeit um hochwertigeren Content zu produzieren und befasste mich intensiv mit Instagram. Damals ging es noch viel leichter und vor allem schneller zu wachsen. Es gab keinen Algorithmus, nur wenige Fake Follower und Follower kaufen war zu dieser Zeit noch absolut kein Thema. Ich weiß noch genau wie ich die ersten 10.000 Follower erreicht habe. Schatzi und ich waren an diesem Tag in der Therme und ich hab mich so richtig gefreut. 10.000 Menschen, die sich für meine Outfits interessieren. Unvorstellbar für mich. Ich wuchs zu diesem Zeitpunkt echt richtig schnell und bekam teilweise 200 neue Follower am Tag, ich muss aber auch dazu sagen, dass ich wirklich mega aktiv war. Fotos die mir gefielen wurden geliked, kommentiert und ich verbrachte echt mindestens täglich 2 Stunden auf dieser App. Bis der Algorithmus alles veränderte. 🙂

Algorithmus, Fake Influencer und Fake Likes?

Wie schon gesagt zu diesem Zeitpunkt war das alles noch kein Thema. Was damals noch zählte war der gegenseitige Austausch, der Zusammenhalt unter den Profilen und es wurde halt einfach das geliked was einem gefällt. Ich glaub Anfang letzten Jahres entschied sich Instagram einen ähnlichen Algorithmus wie Facebook einzuführen. Dein Bild wird in den ersten 5 Minuten nur ca 10% deiner Community angezeigt. Schenken diese 10% deinem Bild nicht genügend Aufmerksamkeit, verschwindet es so gut wie in der Versenkung. Natürlich gingen dadurch die Like Zahlen, die Reichweite, neue Follower  und die Impressionen stark zurück- Influencer kamen jedoch immer mehr. Jeder wollte vom Kuchen mitessen- so sprach sich doch schon herum, dass man mit Instagram gutes Geld verdienen kann.  In folge dessen schossen immer mehr Apps aus dem Boden mit denen man Follower und Likes kaufen kann. Auf Dauer gesehen nicht sehr gewinnbringend, da die gekauften Follower lediglich die Followerzahl erhöhen- nicht aber das Engament. Ausserdem ist es meiner Meinung nach richtiger Betrug. Betrug an die Firmen, mit denen man zusammenarbeitet und Betrug an sich selbst. Im Endeffekt  lügt man sich selbst was vor. Außerdem welche  Firma wollen  mit einem Influencer zusammenarbeiten, dessen Community gekauft ist und zum Großteil aus China etc ist? Firmen investieren oft viel Geld in Influencer und Kooperationen und wollen natürlich dann auch das was zurückkommt. Von einer gekauften Community kann nichts zurückkommen, denn diese sind meistens nur kopflose Bots. Zum Glück sind die meisten Firmen schon so klug, dass sie nicht mehr rein nur nach der Follower Zahl gehen, sondern auch Statistiken (wie Länderstatistiken, Story Views und Reichweite) fordern, wenn es um bezahlte Kooperationen geht.

Traumjob Influencer

Kooperationen

Ja es stimmt, mit Instagram kann man richtig gutes Geld verdienen. Wenn man sich richtig reinhängt und sich voll und ganz auf die App konzentriert kann man auch ganz gut davon leben, wenn man mal eine gewisse Reichweite hat. Dennoch gibt es auch gewisse Schattenseiten. Viele Firmen sind nicht bereit, für eine Kooperation zu zahlen. Oft wird eine Kooperation nur durch PR Samples vergütet- das heißt man bekommt zum Beispiel Clothes for free oder Food for free. Hat man ein Gewerbe angemeldet und das müsste eigentlich jeder der Gewinn als Influencer erzielt, muss man diese PR Samples auch vergüten. Das heißt man muss Steuern vom Sachwert dafür bezahlen.  Auch bei PR Samples wird seitens der Firma oft vollster Einsatz gewünscht. Angefangen von Stories, 2-3 Bilder fordern die Firmen oft viel zu viel für beispielsweise ein Armband, dass im EK oft nur 3 € kostet. Ich wiege immer ausführlich ab, ob ich eine PR Sample Kooperation annehme. Zuerst frage ich mich ob ich die Produkte wirklich brauche und ich von den Produkten überzeugt bin, ob die Produkte überhaupt zu mir und meiner Community passen. Und ob es mir außerdem nicht günstiger käme, wenn ich mir die Sachen selber kaufe. Wenn man den Zeitaufwand für Stories, Foto machen und den Sachwert gegenrechnet ist es echt oft so. Leider schätzen nicht alle Firmen, die Arbeiten und die Gewinnbringung von Influencern und manche Influencer oft kleinere unter 10k lassen sich richtig gehend von Firmen ausbeuten.

Bezahlte Kooperationen:

Die meisten Firmen jedoch wissen die Arbeit von Influencern zu schätzen und sind auch bereit dafür zu zahlen- meistens kommt echt viel zurück. Die Community freut sich über ein Angebot, einen special Sale  und die Firma profitiert auch davon. Eine Kooperation besteht nicht nur aus Foto machen 😉 Meist dauert die Vorbereitungszeit länger als alles andere. Zuerst wird der Vertrag ausgehandelt, in dem genau steht was gefordert wird und was man dafür bekommt. Es gibt meistens auch einen genauen Zeitpunkt, wann die Firma die Produktvorstellung oder die Kampagne gepostet haben möchte. Ausserdem muss man den Firmen oft die Statistiken zuschicken. Im nächsten Schritt kommt das Briefing: Hier steht nochmal genau drinnen, wie sich die Firma die Kooperation vorstellt.  Dann die Produktion des Postings. Ich brauch oft für ein Bild 2 Stunden. Ernsthaft! Oft bekomm ich es echt nicht so hin, wie ich will. Nach dem Posting kommt das Reporting – man muss den meisten Firmen Screenshots schicken, wieviele Leute das Posting gesehen haben. Erst dann kommt die Bezahlung.

Die Bezahlung richtet sich nach der Reichweite, dem Engagement der Community und auch nach dem Umfang was verlangt wird. Jeder Influencer sollte ein sogenanntes Media Kit haben, in dem er seine Preise zbsp für ein Posting, für eine Story festlegt. Bei den Preisen unbedingt gleich die Steuern einrechnen, so hat man nachher kein böses Erwachen.  Ausserdem sollten in dem Media Lit gewissen Kennzahlen zur Reichweite vorhanden sein, damit einem die Firma besser einstufen kann.

Wichtig: Ich bekomm täglich sehr viele Kooperationsanfragen. Ich nehme aber auch wirklich nur die an, die zu mir und und zu euch (meiner Community) passen.  Da ich eine Mischung aus einem  Fashion und healthy Lifestyle Account habe, ist es mir wichtig die Balance zu finden und nicht mit einem Thema zu überfordern.

Die Realität

Wenn ich wollte, könnte ich von IG leben. Ja ich will mich aber nicht zu 100 % auf diese App verlassen. Was wenn Instagram mal den Geist aufgibt? Einfach meinen Account löscht, oder meine Community? Man weiß nie was als nächster kommt, ausserdem möchte ich nie in die Lage kommen und Kooperationen annehmen müssen, weil ich das Geld brauche. Ich will nur Dinge präsentieren von denen ich zu 100% überzeugt bin und will euch keinen Blödsinn aufschwatzen, von dem ich selber nicht wirklich überzeugt bin. Ausserdem muss man wie schon erwähnt alle Einnahmen, von Instagram versteuern. Man ist also ganz normal selbstständig und muss ein Gewerbe anmelden. Die Steuern darf man wirklich nicht unterschätzen, man sollte sich auf jeden Fall 50% von seinem Gewinn im Monat auf die Seite geben für SVA und Einkommensteuer- sonst bekommt man am Ende des Jahres eine wirklich böse Überraschung. Auch die Kosten für den Steuerberater muss man miteinberechnen, wenn man nicht gerade Buchhaltung gelernt hat.

Ich arbeite also neben dem Influencen und dem Bloggen noch 35 Std als Normal-Angestellte in einer Führungsposition und bin Mami und Freundin. Mein Tag startet meistens um 5 Uhr und endet abends um 22 Uhr. Zwischendurch hab ich nur wenig Auszeiten, ich bin wirklich fast non-stop in Action. Nach dem Aufstehen mach Ichs mir meistens mit meinem ersten Kaffee gemütlich, beantworte Mails, Nachrichten und Kommentare vom Vortag und bereite mein Posting für den Tag vor.  Danach mach ich mich und Moritz für die Schule bzw für die Arbeit fertig und wir düsen los. An meinen Arbeitstagen liegt die völlige Aufmerksamkeit im Shop. Mails, Kooperationsanfragen etc… beantworte ich meistens einfach zwischendurch in der Pause. Die Abende bzw freien Tage sind dann meistens voll verplant mit Fotos schießen, Captions vorbereiten, Blogposts schreiben etc… Ich versuche daszeitlich  immer dann  managen, dass Moritz entweder einen Freund eingeladen hat und Unterhaltung hat oder in seinen Papa Zeiten. Die Zeit, in der Moritz bei uns ist gehört jedoch immer zu 100% ihm. ER hat auch schon Gefallen an Instagram bekommen und freut sich immer Projekte mit mir gemeinsam umsetzen zu können. 1 x in der Woche gönne ich mir eine richtige Auszeit von allem – meistens am Mittwoch. Am Abend schalt ich mein Handy ab und verkrümmel mich mit einem Buch in meine Kuschelecke.

Das klingt alles mega stressig?

Ist es auch. Ich liebe es trotzdem. Instagram hat mir soviel Möglichkeiten eröffnet, auf die ich ohne nie gekommen wäre. Trotzdem würde ich mich nie zu 100% von dieser App abhängig machen. Man braucht unbedingt ein 2.Standbein, ausser man hat viel geerbt, einen reichen Freund oder keine hohen Ansprüche an Lebensqualität.

Immer wieder fragen mich gerade junge Mädels, wie man Influencer wird. Alle die Influencer werden möchten (irgendwie mag ich den Begriff nicht) , empfehle ich vorher mal was Gescheides zu lernen. 😉

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen ehrlichen Einblick in das Influencer Life gewähren und euch zeigen, dass Influencer Life nicht nur aus Fotos machen besteht.

Eure Kati