You are enough. A thousand times enough!

Hier stehe ich nun also … In meinem 2. fashiondiaries Lager. Wir haben diese Woche final mit dem Versand aus unserem 2. Lager  in Wien gestartet. Mein Baby, dass in meinem Keller geboren wurde, ist also erwachsen geworden. Ich habe nun ein fashiondiaries Lager in Deutschland und in Wien. Ein sehr emotionaler Moment, den ich diese Woche erleben durfte und den ich auch sehr bewusst wahrgenommen habe. Ich hatte meine Teilchen, meine Designs  vor Augen, wie sie frisch von der Produktion kommend,  schön in den Regalen eingeschlichtet waren. Ich hatte die Lagermitarbeiter vor Augen, die strukturiert und motiviert an jede einzelne Bestellung rangehen um sie möglichst schnell an euch zu versenden. Dieser emotionale Moment, den ich bewusst wahrgenommen und zugelassen habe. Ich war stolz auf mich – und ja von Zeit zu Zeit sollten wir das auch sein: stolz auf uns selbst. Wir sollten uns viel öfter bewusst vor Augen halten, was wir erreicht haben, was wir jeden Tag schaffen und leisten. Denn jeder von uns ist es: enough. Du bist gut so wie du bist!

Wir Mädels…

  • sollen immer gut aussehen und am Besten jeden Tag top gestylt sein, damit wir herzeigbar sind
  • sollen kochen können und die perfekte Hausfrau sein
  • sollen gute Zuhörer und verständnisvoll sein
  • sollen erfolgreich im Job sein und Karriere machen
  • sollen die einfühlsamen Mamis sein, die rund um die Uhr für die Kids da  sind
  • sollen gut im Bett sein, sexy und verführerisch und am Besten immer einsatzbereit
  • sollen Leistung bringen und abliefern
  • sollen keine Schwäche und keine Emotionen zeigen
  • sollen immer stark sein

…. welche Punkte fallen euch noch ein, die die Gesellschaft von uns indirekt fordert und erwartet?

Ich habe schon lange aufgehört den Gesellschaftsnormen zu entsprechen und mein Leben darauf auszurichten was andere von mir erwarten und fordern. Ich gestalte mir meine kleine, kunterbunte  Welt so wie sie mir gefällt, so wie ich mich wohlfühle und wie sich die Menschen wohlfühlen, die ich liebe und die mir etwas bedeuten. Warum? Weil ich weiß, dass ich enough bin. A Thousand times enough.

Du bist gut so wie du bist!

Ich bin hochsensibel – Ich bin anders… Na und?

  • Ich bin schneller reizüberflutet, da mein Gehirn alle Emotionen, Eindrücke und Gefühle ungefiltert wahrnimmt. Daher brauche ich mehr Ruhe,mehr Raum und Zeit für mich alleine, mehr Rückzug und mehr Reflektionszeit. Nach einem Gespräch bräuchte ich am Besten eine Nachbesprechung, denn in meiner Reflektionszeit fallen mir immer noch 10000 relevante  Sachen ein.
  • Ich bin schneller und viel intensiver verletzt – für mich ist eine Enttäuschung, Verletzung von Menschen, die mir etwas bedeuten, ein kleiner Weltuntergang. Ich nage wochenlang, monatelang (ich traue mich sogar zu behaupten jahrelang) daran und leide richtiggehend. Daher brauche ich Menschen in meinem nahen Umfeld, die mich achtsam behandeln, die auf meine Gefühle eingehen und viel Verständnis und Geduld  haben.
  • Manchmal gehen meine Emotionen einfach über – in Folge einer Reizüberflutung, Verletzung oder Enttäuschung kann ich eine richtige Furie werden und „schlage“ meistens doppelt und dreifach zurück. Meistens bereue ich diese Handlungen nach kurzer Zeit und sie tun mir total leid.
  • Ich brauche mehr Zeit für Gespräche, um mich zu öffnen und jemanden zu vertrauen und lasse nur ganz ganz schwer jemanden in mein Herz und meine Gefühlswelt – aus Angst verletzt zu werden. Bis ich mich wirklich jemanden gegenüber öffne vergehen ungefähr 1000 Gespräche und viele Monate.

ABER….

  • Ich bin unheimlich kreativ, sprudle nur so über vor Ideen und Pläne und brauche immer neue Ziele und Projekte vor Augen um zufrieden zu sein. Ich bin überaus ehrgeizig, gebe immer 110 % und aufgeben ist für mich  nur selten eine Option. Da mein Gehirn alle Emotionen, Eindrücke und Reize ungefiltert aufnimmt, habe ich eine andere Wahrnehmung. Ich nehme Details wahr, die andere gar nicht bemerken und bin daher sehr gut im Erkennen von Zusammenhängen und analysieren. Mir kann nur selten jemand etwas vormachen.
  • Ich bin überaus emphatisch und kann mich so richtig mit jemanden mitfreuen. Ausserdem bin ich eine sehr gute Zuhörerin, kann mich gut in andere Menschen hineinversetzen und fühle quasi immer mit.
  • Ich bin ein absoluter Herzensmensch – für die Menschen, die mir wichtig sind würd ich alles geben.
  • Ich bin eine sehr treue und ehrliche Seele und könnte niemals jemanden verletzen, der mir etwas bedeutet (und nicht vorher mich verletzt hat)
  • Ich bin sehr harmoniebedürftig – Streit, negative Vibes, Missverständnisse, Unklarheiten werden bei mir schnellstmöglich aus dem Weg geräumt. Ausser ich bin wirklich tief verletzt, dann ziehe ich mich zurück und warte ab. (Bei manchen Menschen kann man wahrscheinlich ein Leben lang warten bis sie wieder einen Schritt auf einem zu machen , dazu kommen wir aber später…)
  • Ich bin ein absoluter Sonnenschein und versuche immer alles positiv zu sehen.
  • Mit mir wird jeder Tag, jeder Moment zum Abenteuer und etwas ganz Besonderes.

Was ich euch damit klar machen möchte: Ob hochsensibel, normalsensibel oder eiskalt.. Jeder Mensch hat seine Stärken und seine Schwäche, seine Pros und seine Contras. Es gibt ihn nicht : diesen einen perfekten Menschen, ohne Schwächen, ohne kleine Mängel und dennoch haben wir alle eines gemeinsam. Wir sind gut so wie wir sind.

Lass die Leute reden….

… denn das haben die immer schon gemacht….

Ich wohne in 2 Tratschdörfern – Dorf Nummer 1 heisst Attnang Puchheim und Dorf Nummer 2 Instagram. Ich kann mich noch sehr gut an eine Situation vor ca. 8  Jahren erinnern. Ich hatte damals Instagram für mich entdeckt und steckte meine ganze Leidenschaft und Freizeit  in diese App (okay mach ich heute auch noch :-)). Ich war fasziniert von der ganzen Inspiration, der ganzen Motivation , die diese App ausstrahlte- ich wollte dabei sein. Ich wollte selbst Inspiration geben. So begann ich täglich mein Outfit of the Day hochzuladen.Mein Account wuchs sehr schnell und ich hatte bald 10.000 Follower – 10.000 Menschen, die mir folgten und denen meine täglichen Outfitbildchen anscheinend gefielen. Für mich damals komplett unvorstellbar- aber es motivierte mich unheimlich. Ich wollte mehr – professionellere Inspiration und hochwertigen Content liefern.

Mit der steigenden Followerzahl kamen aber auch die schrägen, abwertenden Blicke. Die Gespräche hinter meinem Rücken, beleidigende Worte und Abwendungen. Viele Menschen, auch aus meinem engeren Freundeskreis haben sich richtiggehend über mich lustig gemacht, abgewendet und sich geschämt. „Die macht sich doch lächerlich mit ihren Outfitfotos“… „Wer schaut sich denn sowas an“… “ Instagram phhh…“ Blogger, Influencer war zu diesem Zeitpunkt den wenigsten Menschen ein Begriff.

Ich stand also vor der Wahl: Die Leute reden lassen und weiter meiner Inspiration und Leidenschaft nachgehen – auch auf die Gefahr hin „sogenannte Freunde“ zu verlieren oder mit dem Strom mitschwimmen und meine Leidenschaft aufgeben? 

Ich hab mich dafür entschieden, die Leute reden zu lassen und an mich selbst zu glauben. Und ich habe mich richtig entschieden, denn durch diese App haben sich für mich Türen und Möglichkeiten geöffnet, von denen ich vor 8 Jahren nicht mal in den schönsten Träumen geträumt habe. Ich würde mich Sicherheit ohne Instagram heute nicht in meinem Lager in Wien stehen.

Und immer wieder kam ich in diese Situationen, in denen ich mehr als je an mich selbst glauben musste und mir immer wieder vorsagen musste dass ich gut bin so wie ich bin.

Der Launch meines Blogs vor 6 Jahren, der sich schon damals fast ausschließlich um das Thema Hochsensibilität gedreht hat. Mein Blog ist meine Gefühlswelt, mein Blog ist ein Seelenstriptease. Lange habe ich überlegt ob ich diesen Schritt wagen soll, ob ich mit diesem sehr verletzlichen Thema überhaupt  an die Öffentlichkeit gehen soll- auf die Gefahr hin mich selbst verletzlich zu machen. Ich wagte und kann mich noch ganz genau daran erinnern wie nervös und unruhig ich war, als ich mein erstes Posting veröffentlichte. Ich hatte Angst, ich war mir unsicher, ob es der richtige Schritt ist – dennoch sagte mir mein Instinkt, dass ich ich es einfach tun soll. Ich wollte das Thema Hochsensibiliät unter die Menschen bringen, meine Erfahrungen weitergeben, Austausch finden und vor allem wollte ich eines: der Gesellschaft klar machen, dass Hochsensibilität nichts ist wofür man sich schämen muss.

In den ersten Wochen hatte ich so durchschnittlich um die 20 Blogleser… Ich zweifelte, ich zweifelte an mir selbst und stellte in Frage, ob es der richtige Schritt war. Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, an diesen einen Tag. Ich hatte einen neuen Blogpost geschrieben und checkte vor dem Hochladen nochmal die Seitenaufrufe der älteren Blogposts. Statt 20 Blogleser war hier auf einmal eine ganz andere Zahl… nämlich fast 100.000. Ich flippte aus –  nicht nur wegen der Vielzahl der neuen Blogleser , sondern auch wegen der vielen Kommentare, Feedbacks und Worte, die mein Postfach zum Überschwappen brachten.

6 Jahre später schreibe ich an meinem ersten eigenen Buch (daher ist es auch am Blog aktuell etwas ruhiger, da jede freie nächtliche Minute in mein Buch fließt). Und auch jetzt stand ich wieder vor dieser einen Situation: im letzten halben Jahr habe ich sehr oft daran gezweifelt, ob es richtig ist ein Buch über meine Hochsensibilität zu schreiben, ob es richtig ist meine Worte wirklich schwarz auf weiß drucken zu lassen. Ich stand mit einigen Verlegern in Kontakt und hab immer wieder abgelehnt aus Angst… Was werden die Leute darüber denken? Bin ich bereit dazu?

Inzwischen weiß ich:

Ja das bin ich … denn ich bin gut so wie ich bin.

Somit wird mein Buch, wenn alles glatt läuft noch dieses Jahr veröffentlicht und jaaa ich hab gerade Gänsehaut beim Schreiben dieser Worte.

Was wäre wenn…

Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte? Wenn ich nicht gewagt hätte und dass gemacht hätte was die Gesellschaft von mir erwartet? Was wäre gewesen, wenn ich mit dem Strom mitgeschwommen wäre? Wäre ich dann glücklicher?

Ich traue mich fest behaupten – nein. Glücklich sind wir, wenn wir unseren Träumen folgen können und uns selbst verwirklichen können. Kann ich ich selbst sein, fühle ich mich wohl und bin glücklich. Ein Kreislauf, der sich schließt. Aber wie schafft man es diesen “ Ich bin gut so wie ich bin“ Gedanken zu verinnerlichen?

Erfolgsjournal: Schon sehr lange Zeit führe ich ein Erfolgsjournal, in dem jeder klitzekleine Erfolg, jeder klitzekleine Meilenstein notiert wird. Habe ich Zweifel an mir selbst, gehe ich dieses Journal durch und halte mir diese Erfolge vor Augen.

zu Gefühlen stehen: „Ich bin verletzt“ – „Das tut mir weh“ – „Das demotiviert mich“ – Man darf  Gefühle aussprechen, denn die Menschen, denen du wichtig bist, werden versuchen dich zu verstehen. Und die anderen: werden diese ausgesprochenen Gefühle vermutlich als Anlass nehmen um dich loszuwerden und aus ihren Leben zu streichen. Eine schmerzliche Erkenntnis – auch ich musste diese Erfahrung schon machen. Dennoch habe ich gemerkt, dass negative Gefühle, unausgesprochene Worte , die man in sich hineinfrisst 1000 mal schlimmer sind. Echte und ehrliche Bindungen kann nichts durchtrennen und man wird immer wieder zueinander finden.

Reflektion und Selbstfürsorge: Nimm dir regelmäßig Zeit für dich selbst, für deine Gedanken, für deine Träume, für deine Wünsche und deine Ziele. Frage dich selbst wo deine Reise hingehen soll, wohin du möchtest und und wie du diese Ziele erreichen kannst.

die richtigen Menschen: Menschen sind wie Bücher – manche sind ein Kapitel und andere eine ganze Geschichte. Es tut weh jemanden zu verlieren – es tut auch weh wenn man plötzlich jemanden fern ist, denn man einmal  sehr nahe war. Es tut weh, wenn man sich plötzlich wie 2 Fremde gegenüber steht, obwohl vor weniger Zeit noch eine sehr intensive Bindung und Vertrauensbasis vorhanden war.Diese Bindungen, diese Menschen, mit denen man sich blind versteht, bei denen keine Worte notwendig sind und die dir einfach schon alleine durch ihre Anwesenheit gut tun. Diese Menschen, die dein Anker sind und mit denen du dich Safe fühlst. Diese Menschen, die es schaffen dass du über dich hinauswächst und dir enorme Motivation und Selbstbewusstsein schenken. Diese Menschen, mit denen du stundenlang reden und träumen kannst. Bei mir sind das aber auch die einzigen Menschen, die mir richtig weh tun und mir in mein Herz stechen können. Daher ist es total wichtig regelmässig herausfiltern wer einem wirklich gut tut. Und ja bei diesen ganz besonderen Bindungen wird es auch  immer wieder ups and Downs geben, man wird nicht immer einer Meinung sein und man wird sich vielleicht auch mal gegenseitig verletzen. Aber bei einer Sache bin ich mir sicher : eine echte und ehrliche Verbundenheit kann nichts durchtrennen und man wird immer wieder einen Weg zueinander finden. Auch wenn man dabei vielleicht mal über seinen Schatten springen muss.

Glaube an dich selbst: Es gibt einen einzigen Menschen, mit dem du dein ganzes Leben lang zusammen bist. DU selbst – daher ist es wichtig, dass du dich selbst, deine Bedürfnisse, deine Ziele kennst. Wenn du selbst nicht zu 100% hinter dir stehst, wie sollen es dann andere tun, wie sollen andere dich dann ernst nehmen? Ich bin gut so wie ich bin – notiere dir diese Satz in deinen Kalender, in deinen Notizblock…

The biggest adventure you can take is to live the life of your dreams 🙂

Ich wünsche euch ganz viel Spass dabei.

Eure Kati